Smartphones & Co sind nächste Risikowelle

14. September 2011, 8:57 Uhr

Mobile Endgeräte sind zunehmend gefährdet / App Stores stelllen einen wichtigen Schutzwall dar

Während eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft (www.eco.de) gravierende Erfolge bei der Abwehr von Schadsoftware aus dem Internet meldet, warnt der Verband gleichzeitig vor neuen Angriffswellen auf mobile Geräte wie Smartphones sowie Pads und Tablets. „Mit der rasanten Verbreitung einer neuen Generation mobiler Endgeräte werden neuartige Kriminalitätsformen nicht lange auf sich warten lassen“, befürchtet der Vorsitzende des eco Verbandes, Prof. Michael Rotert. Der mobile Angriff ist für Kriminelle besonders attraktiv, weil moderne Smartphones längst nicht mehr nur Telefon, E-Mail- und Surfstation sind, sondern von immer mehr Verbrauchern beispielsweise auch für Mobile Banking und andere Bezahldienste genutzt werden, erläutert der eco. Schätzungen zufolge betreiben heute schon rund ein Drittel der europäischen Smartphone-Nutzer regelmäßig Online-Banking über ihre mobilen Geräte. Vier von fünf Experten für mobiles Internet sind sich sicher, dass Smartphones bereits in wenigen Jahren die Geldbörse ersetzen können, hat eine Umfrage von eco im Rahmen mehrerer Fachtagungen der Kompetenzgruppe Mobile zutage gefördert.

„In dem Moment, in dem Smartphones in größerem Stil als digitale Geldbörsen zum Einsatz gelangen, wird es zu einer neuen Kriminalitäts-Welle kommen“, sagt der eco-Vorsitzende Prof. Michael Rotert voraus. Er fordert daher alle Marktteilnehmer von mobilen Bezahlsystemen zu einer intensiven Zusammenarbeit beim Thema Sicherheit auf – von den Geräteherstellern über die Internet Service Provider und Mobilfunkgesellschaften bis hin zu den beteiligten Banken und Kreditkartenunternehmen. Der eco-Verband stehe als Moderator für alle Beteiligten zur Verfügung, sagte Prof. Rotert auf dem Anti-Spam-Kongress im Rahmen der Internet Security Days. Die von eco und der Intergenia AG gemeinsam organisierten Internet Security Days gehören mit über 700 Teilnehmern zu einer der größten Internet-Sicherheitskonferenzen in Europa.

Nach Einschätzung von Prof. Rotert befindet sich die Smartphone-Sicherheit derzeit ungefähr an dem Punkt, an dem die PC-Sicherheit 1998 stand. Zwar gibt es zur Zeit Schätzungen zufolge nur etwa 150 verschiedene sog. Schädlingsfamilien für Smartphones, aber das entspricht immerhin in etwa einer Verdoppelung in den letzten zwölf Monaten – Tendenz steigend. Für Unternehmen ist das Bedrohungspotenzial durch mobile Malware besonders hoch, weil die Schadsoftware über die Smartphones, Pads oder Tablets Zugang zum Firmennetzwerk finden kann. Umfragen zufolge stellt dies die drittgrößte Sorge von IT-Verantwortlichen in Bezug auf mobile Geräte dar (nach dem Diebstahl und dem Verlust der Geräte). Bei der eco-Umfrage „Internet-Sicherheit 2011“ haben die Firmen im Vergleich aller Bedrohungspotenziale der Smartphone-Sicherheit den dritten Platz zugewiesen, nach Schadsoftware und Email-Sicherheit und noch vor dem aktuellen Thema Cloud-Sicherheit.

Allerdings profitiert die heutige Smartphone-Sicherheit von der Entwicklung seit den frühen PC-Tagen in 1998. Vor allem die Applikationsmarktplätze stellen einen wichtigen Schutzwall dar, wie der jüngste AppStore-Report der European Network and Information Security Agency (ENISA) ausweist. Dazu erklärt der ENISA-Sicherheitsexperte Dr. Giles Hogben: „Die Marktplatzbetreiber wie Apple, Google, Microsoft oder Nokia haben die Möglichkeit, mithilfe einer Eingangskontrolle sicher zu stellen, dass über ihre Stores keine Schädlingssoftware zum Verbraucher gelangt. Um die Appstore-Sicherheit weiter zu optimieren, hat ENISA fünf Verteidigungslinien identifiziert und erläutert, wie sie am besten verwendet werden.“

Quelle: eco

Seite gelesen: 4381 | Heute: 2 | Zuletzt am 16. Dezember 2017

 

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