Konferenz zu „Mobile Commerce“ in Berlin: Verbraucherministerin Aigner fordert grenzübergreifenden Datenschutz im Internet

26. November 2012, 16:41 Uhr

Verbraucherschutz in der globalen Fußgängerzone

Wer mit dem Smartphone oder einem Tablet-PC im Internet auf Shoppingtour geht, muss sich darauf verlassen können, dass die Angebote sicher sind und persönliche Daten geschützt werden. „In puncto Sicherheit und Datenschutz hapert es noch bei vielen Angeboten“, monierte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner heute bei der Veranstaltung „Mobile Commerce“ des Verbraucherzentrale Bundesverbandes in Berlin. „Ich bin der festen Überzeugung: Mobile Commerce ist ein Wachstumsmarkt – aber er kann nur dann langfristig Erfolg haben, wenn alle Anbieter ein hohes Niveau an Verbraucherschutz und Datenschutz gewährleisten.“ Heute findet in den USA der sogenannte „Cyber-Monday“ statt. Ausgerufen von der US-Wirtschaft als Marketing-Instrument, ist der 26.11. in den USA inzwischen der Tag, an dem die meisten Produkte online gekauft werden.

In Deutschland sind die Sicherheitsbedenken der Nutzer groß, wie eine von der Unterarbeitsgruppe „Mobile Sicherheit“ des Nationalen IT Gipfels vorgelegte Umfrage Ende Oktober verdeutlicht hatte: Demnach verzichten 80 Prozent der Deutschen auf bestimmte Anwendungen aus Angst um die Sicherheit ihrer Kontodaten oder vor betrügerischen Angeboten. So nutzen bisher nur wenige ihr Smartphone für mobile Bankgeschäfte oder mobiles Bezahlen. Dass die Zweifel an der Sicherheit begründet sind, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Stiftung Warentest: Nur zwei von zwölf getesteten Shopping-Apps schnitten sowohl bei der Benutzerfreundlichkeit als auch beim Datenschutz gut ab. Viele Shopping-Apps verarbeiten zu viele, nicht benötigte Daten, in einigen Apps werden sensible Daten wie Benutzername und Passwort unverschlüsselt versendet.

Aigner rief die Anbieter – vom Gerätehersteller über den App-Programmierer bis zum Online-Händler – auf, ihre Kunden mit hohen Sicherheitsvorkehrungen effektiver vor Datenmissbrauch zu schützen und die Angebote am Bedarf der Kunden auszurichten. „Im Mobile Commerce liegt ein gewaltiges Potenzial für die Wirtschaft und für die Verbraucher – ob zum Preisvergleich oder als Einkaufshilfe“, erklärte Aigner. „Um dieses Potenzial nachhaltig zu nutzen, müssen die Anbieter das Verbrauchervertrauen in die Sicherheit der Rechtsgeschäfte stärken.“

Zugleich sieht die Bundesministerin die Politik in die Verantwortung: „Online-Shopping boomt – das Internet wird zur globalen Fußgängerzone. Deshalb brauchen wir grenzübergreifend verlässliche Regeln.“ Ein erster Meilenstein war die im August 2012 in Kraft getretene Button-Lösung: Seither müssen alle Internet-Anbieter vor dem Abschluss eines Vertrages über wesentliche Vertragselemente wie den Preis oder Vertragslaufzeiten informieren – klar, verständlich und in hervorgehobener Weise. „Ein ganz entscheidender Schritt wird die Verabschiedung der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung sein“, sagte Aigner. „Wir brauchen ein europaweit einheitliches Datenschutzrecht, das die Selbstbestimmung der Verbraucher über ihre Daten im Online-Zeitalter stärkt und das vor allem auch effektiv durchsetzbar ist.“

Quelle: BMELV

Seite gelesen: 3882 | Heute: 4 | Zuletzt am 20. November 2017

 

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