Deloitte-Report „Media Democracy“ für 2010 zeigt weltweite Trends bei der Mediennutzung

1. Februar 2011, 9:42 Uhr

Social Media mit starkem Wachstum / Print lebt / Online-Werbung holt auf

Im abgelaufenen Jahr hat sich die Zahl der Smartphones in deutschen Haushalten erneut verdoppelt. Mehr als jeder Zweite der jungen Zielgruppe nutzt bereits mobiles Entertainment. Zudem gehören die Deutschen zu den eifrigsten Online-Gamern: Jeder fünfte spielt mindestens einmal pro Woche. Auch bewerten über ein Drittel der Deutschen online und persönlich mit Freunden verbrachte Zeit als gleichwertig – international gesehen ein Spitzenwert. In mancherlei Hinsicht sind die Deutschen jedoch im internationalen Vergleich zurückhaltender: TV-Geräte mit Internetanschluss sowie Video-on-Demand-Services sind hierzulande am schwächsten verbreitet. Besonders treu bleiben die Deutschen dagegen den oft totgesagten Print-Medien: Nur jeder Fünfte kann sich eine Welt ohne Printversion vorstellen. Das sind Ergebnisse des aktuellen Deloitte-Reports „State of the Media Democracy – auf dem Weg in die interaktive Mediengesellschaft“, wozu über 9.000 Personen aus fünf Nationen befragt wurden, davon 1.930 in Deutschland.

„Insbesondere der Siegeszug der Smartphones und Tablets kann die Entwicklung im gesamten Medienbereich entscheidend beeinflussen und Treiber für neue Geschäftsmodelle werden. Zentrale Elemente sind die steigende Interaktivität und Vernetzung – und das bei Mediennutzern in allen untersuchten Ländern“, kommentiert Klaus Böhm, Director Media von Deloitte.

Smartphone auf dem Vormarsch

Jeder vierte deutsche Haushalt verfügt über mindestens ein Smartphone – die Verbreitung hat sich erneut verdoppelt. Deren Nutzung bleibt aber noch hinter den technischen Möglichkeiten zurück – Kommunikation ist vorherrschend. Die jungen Nutzer jedoch legen Wert auf Entertainment und sind „Heavy User“. Sie würden ihr Gerät auch gerne zum Bezahlen einsetzen oder beim Einkaufen zusätzliche Produktinformationen per Barcode-Scan erhalten.

Facebook statt Face-to-Face?

Immer mehr Deutsche entdecken Social Media für sich. 37% der Befragten bzw. 69% der 14- bis 27-Jährigen sind Mitglied in einem sozialen Netzwerk. Auch wenn dies im internationalen Vergleich noch mäßig erscheint, ist eine ausgeprägte Begeisterung für digitale Kommunikation/Freundschaft erkennbar. So wird Realtime-Kommunikation in sozialen Netzwerken bereits von 57% der Mitglieder genutzt. Die wachsende Beliebtheit macht diese Netzwerke zu attraktiven Plattformen für Werbetreibende, bei einer gleichzeitig hohen Effektivität aufgrund von Nutzergenauigkeit und der Möglichkeiten von Empfehlungsmarketing.

Internet-TV mit Potenzial

Die Verbreitung hybrider TV-Geräte ist in Deutschland noch gering. Allerdings sind weiterhin 46% der Deutschen an konvergenter Nutzung von TV und Internet interessiert. Als attraktive Zusatzfunktionen könnten Video-on-Demand sowie eine integrierte „Click-to-buy“-Option die Marktdurchdringung beschleunigen. Gerade im internationalen Vergleich besteht hier noch enormes Aufholpotenzial.

Games altersübergreifend etabliert

Auch 2010 ist der PC international Unterhaltungsgerät Nr. 1. Dies ist vor allem auf die Beliebtheit von Games zurückzuführen, die – wie bereits 2009 – für 42% der Deutschen eine wesentliche Unterhaltungsquelle darstellen. Zwar ist die Affinität zu elektronischen Spielen besonders in der jungen Zielgruppe ausgeprägt, aber nicht auf diese beschränkt: So nutzte beinahe die Hälfte der 28 bis 44-Jährigen und immerhin ein Drittel der 45 bis 63-Jährigen elektronische Spiele zur Unterhaltung. Intensiv spielen die Deutschen auch online – 21% mindestens einmal pro Woche. Das reicht für einen Platz in der internationalen Spitzengruppe.

Print lebt

„Print hat keine Zukunft“: Diese oft geäußerte These ist widerlegt. 69% der Deutschen lesen selbst bei einem alternativen Internetangebot gerne herkömmliche Zeitschriften, dies gilt fast gleichermaßen auch für die junge Zielgruppe. Es zeichnet sich kein Abwärtstrend ab. Ähnliches gilt fürs Zeitungslesen: Nahezu unverändert lesen 70% ihre Lieblingszeitung in gedruckter Form, nur 23% digital am Computer. Damit sind die Deutschen den Printmedien treuer als die Leser in anderen Ländern.

Online-Werbung holt auf

Online-Werbung erzielt heute nahezu dieselbe Aufmerksamkeit wie Print-Werbung: Nur noch 55% geben an, mehr auf Print-Anzeigen zu achten – Tendenz fallend. Besonders attraktiv wird Online-Werbung durch die Suchfunktion, soziale Netzwerke, Empfehlungsmarketing und Targeted Advertising. Während 47% der Deutschen bereit sind, mehr Werbung für kostenlosen Zusatznutzen in Kauf zu nehmen, äußern nur 17% die Bereitschaft, für Werbefreiheit zu bezahlen.

„Erwartungsgemäß ist die Gruppe der 14- bis 27-Jährigen, der zukunftsweisenden ‚Millenials‘, die aktivste beim Gebrauch der neuen Medien. Sie sind deutlich aktiver in sozialen Netzwerken als ihre älteren Landsleute und lassen sich dort stärker von Werbung beeinflussen. Vor diesem Hintergrund wird eine neue, auf Empfehlungen basierende Form der Werbung eine zunehmend wichtige Rolle als Erlösquelle spielen“, fügt Klaus Böhm hinzu.

Der komplette Report ist auf Anfrage erhältlich.

Pressekontakt:
Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Isabel Milojevic
Leiterin Presse
Tel: +49 (0)89 29036 8825
imilojevic@deloitte.de

Quelle: Deloitte

Seite gelesen: 4882 | Heute: 2 | Zuletzt am 15. Oktober 2017

 

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